Die Kickers kehren gegen Arminia in ihr Stadion zurück – Ex-Stürmer twittert aus den USA Klinsmann wünscht den Stuttgartern viel Glück

Bielefeld (WB). Die Kickers sind zurück zu Hause. Und der erste Gast, den die Stuttgarter nach zwölf Spielen in ihrem Ausweichstadion in Reutlingen an diesem Samstag daheim in Degerloch empfangen, ist Arminia Bielefeld.

Von Dirk Schuster
Arminia – hier Tom Schütz (rechts) im Duell mit Randy Edwini-Bonsu – musste kämpfen, um Stuttgart im Hinspiel 4:2 zu besiegen.
Arminia – hier Tom Schütz (rechts) im Duell mit Randy Edwini-Bonsu – musste kämpfen, um Stuttgart im Hinspiel 4:2 zu besiegen. Foto: Thomas F. Starke

Die Rückkehr in die Stamm-Arena war sogar Jürgen Klinsmann einen Gruß wert. »Welcome home!. Viel Glück gegen Bielefeld!«, twitterte der deutsche Ex-Nationaltrainer aus den USA .

Jürgen Klinsmann. Foto: dpa

Von 1978 bis 1984 spielte Klinsmann für die Kickers. Dann wechselte der gebürtige Göppinger zum großen Nachbarn VfB und startete eine Weltkarriere. Heute coacht der 50-Jährige die Nationalmannschaft der USA. Auch dort könnte er sich die Partie ansehen. Wenn um 5 Uhr morgens in Huntington Beach/Kalifornien Klinsmanns Wecker klingelt, kann er die um 14 Uhr (MEZ) beginnende Übertragung des SWR verfolgen – vorausgesetzt, er empfängt dort deutsches Fernsehen.

Auch ohne Klinsmann persönlich zum Spiel begrüßen zu können, rechnen die Kickers mit großem Andrang. Rund 5000 Karten für die Partie in der nun 11 461 Besucher fassenden Arena, die die Stadt Stuttgart in den vergangenen neun Monaten für üppige 14,6 Millionen Euro umbauen ließ, wurden im Vorverkauf abgesetzt. Die Haupttribüne mit Business-Bereich ist neu, ebenso die Rasenheizung. Die Maße des Spielfeldes wurden auf Fifa-Norm erweitert. Kickers-Coach Horst Steffen glaubt, dass der um mehr als drei Meter breitere Platz seinen Spielern entgegenkommt. »Für ein Team, das aktiv sein möchte und das Spiel bestimmen will, ist das ein Vorteil«, sagte Steffen den »Stuttgarter Nachrichten«.

Das Spiel bestimmen möchten allerdings auch die Arminen. Und natürlich wie schon in der Hinrunde (4:2) gern auch gewinnen . »Hätte uns vor der Englischen Woche jemand sieben Punkte aus den drei Spielen angeboten, hätten wir das wahrscheinlich angenommen. Aber jetzt wollen wir auch aus Stuttgart drei Punkte mitnehmen«, sagte Mittelfeldakteur Tom Schütz. Ganz klar: Die Siege gegen Duisburg (4:2) und in Osnabrück (4:0) haben die Arminen noch selbstbewusster gemacht.

Einen Grund, die Kickers – mit einem Nachholspiel in der Hinterhand Tabellenvierter – zu unterschätzten, gibt es nicht, zumal die Schwaben »fußballerisch mit zum Besten gehören, was die 3. Liga zu bieten hat«, wie Norbert Meier schwärmte. Bielefelds Coach würde sich nicht wundern, wenn »diese eingespielte Mannschaft« bis zum Schluss um den Aufstieg mitspielt. »Seit Horst Steffen den Trainerjob im September 2013 übernommen hat, hat sich das Team kontinuierlich weiterentwickelt«, sprach Meier seinem früheren Schützling und heutigem Widersacher ein dickes Lob aus. Als Meier den MSV Duisburg trainierte, war Mittelfeldmann Steffen 2003 für ein halbes Jahr sein Spieler. Meier: »Horst hatte häufig Achillessehnenprobleme. Er stand mir nur ganz selten zur Verfügung.«

Wer ihm beim Spitzenspiel am Samstag auf der Waldau nicht zur Verfügung steht, verriet Meier am Freitag ebenfalls. Christian Müller blieb wegen einer massiven Prellung ebenso zu Hause wie Julian Börner (Adduktorenprobleme), Daniel Brinkmann (Infekt), Peer Kluge (Rückstand) und Bashkim Renneke (U23). Dafür zählt Sebastian Hille zum ersten Mal in diesem Jahr zum Kader.

Die Startelf stellt sich nahezu von selbst auf. Lediglich die Besetzung der linken Seite ist offen. Meier muss sich zwischen dem ausgeruhten Dennis Mast und dem in Osnabrück überraschend von Beginn an eingesetzten Marc Lorenz entscheiden. Dem Einsatz von Verteidiger Felix Burmeister und Torjäger Fabian Klos steht trotz leichter Blessuren nichts im Weg.

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