Arminia zwischen Osnabrück und Stuttgart – Müller muss um Einsatz bangen Alle Trümpfe in der Hand

Osnabrück/Bielefeld (WB). So ist das in den Englischen Wochen: Da bleibt selbst nach einem 4:0-Derbysieg keine Zeit zum Feiern. Die Profis von Arminia Bielefeld wollen morgen (14 Uhr, live im SWR) bei den Stuttgarter Kickers einen weiteren Schritt in Richtung Aufstieg machen.

Von Jens Brinkmeier
Skatabend: Torschütze Marc Lorenz, David Ulm und Tom Schütz (sitzend von rechts) simulieren beim Jubel nach dem 4:0 ein Kartenspiel.
Skatabend: Torschütze Marc Lorenz, David Ulm und Tom Schütz (sitzend von rechts) simulieren beim Jubel nach dem 4:0 ein Kartenspiel. Foto: Thomas F. Starke

Nach 25 Spielen hat der Tabellenführer alle Trümpfe in der Hand. Mit dem Triumph im Nachholspiel beim VfL Osnabrück »hat die Mannschaft ein Zeichen gesetzt«, wie Sportchef Samir Arabi feststellte. 49 Punkte, sechs Zähler Vorsprung auf Rang drei, mit 50 Toren mit Riesenabstand den besten Angriff, zudem in Fabian Klos (17 Treffer) die Nummer eins der Torjägerliste, bestes Heimteam der Liga, in der Auswärtstabelle auch näher an die Spitze gerückt – beim DSC herrscht 13 Spiele vor Saisonende eitel Sonnenschein. Doch blenden lassen will sich davon niemand.

»Wir müssen am Samstag in Stuttgart genauso weitermachen und 100 Prozent geben. Das wird ein heißer Tanz«, warnte Rechtsaußen Christoph Hemlein vor dem Duell mit dem Tabellenvierten (42 Punkte aus 24 Spielen). Rechtsverteidiger Florian Dick verwies auf die »Riesenchance in Stuttgart, wir fahren mit Selbstvertrauen dahin. Aber so eine Englische Woche zehrt natürlich.«

Die Siege gegen Duisburg (4:2 nach 0:2) und in Osnabrück sollen die Arminen morgen beflügeln, das 0:3 zum Jahresauftakt bei Fortuna Köln würde spätestens mit einem Punktgewinn bei den Kickers als Ausrutscher in die Saisonchronik eingehen. DSC-Trainer Norbert Meier sparte Mittwochabend zum zweiten Mal in Folge und entgegen seiner sonstigen Gepflogenheiten nicht mit großem Lob. »Die Mannschaft hat es beeindruckend gespielt, der Sieg war auch in der Höhe verdient. Das waren drei ganz wichtige Punkte«, sagte der Chefcoach.

Der 56-Jährige hatte sich für zwei Wechsel entschieden und Christian Müller (für David Ulm) sowie Marc Lorenz (für Dennis Mast) in die Startelf beordert. Müller erzielte nach Vorarbeit von Lorenz das 1:0 und bereitete das 2:0 von Klos vor, Lorenz flankte vor dem 3:0 auf Klos und legte selbst das 4:0 nach – ein perfekter Abend für beide, wenn Müller nicht schon wieder verletzt worden wäre. Der 30-Jährige war kurz vor der Pause von Marcel Kandziora gefoult worden, der Knöchel schwoll an. Gestern war noch keine MRT-Untersuchung möglich, diese soll heute nachgeholt werden. Müllers Einsatz morgen in Stuttgart ist eher unwahrscheinlich. Dagegen sollten Fabian Klos und Felix Burmeister die Busreise in den Süden heute Mittag antreten können. Klos hatte sich eine Fleischwunde am Knie zugezogen, die nach seiner Auswechselung genäht wurde. Auch Burmeister musste eine Risswunde hinnehmen. Doch damit wollte er sich gar nicht lange beschäftigen, der Innenverteidiger hielt lieber fest: »Wenn wir so spielen, ist es schwer, uns zu schlagen.«

Ein Sonderlob verdienten sich die Fans. Mehr als 3000 waren in Osnabrück dabei, obwohl es offiziell nur 1250 Karten gegeben hatte. Die DSC-Anhänger sangen die Gastgeber in Grund und Boden. »Es war fast wie ein Heimspiel, einfach der Hammer«, sagte Burmeister nach dem ersten Derbysieg dieser Saison. Und Lorenz ergänzte: »Das war einfach überragend. Wir sind ein Verein, eine Mannschaft, und wir haben ein Ziel. So gehen wir alle zusammen in die nächsten Spiele.«

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