Ankunft im Trainingslager – Testroet muss bleiben Spot an in Belek

Belek (WB). Sonnenschein und blauer Himmel in der Türkei – aber bei empfindlich kühler Temperatur. Als die Drittligafußballer von Arminia Bielefeld nach gut dreistündigem Flug den Airport in Antalya am frühen Freitagnachmittag verließen, um in den Bus nach Belek umzusteigen, war der Schrecken groß. Die Sonne ist schon untergegangen, das Flutlicht brennt: Die Arminen drehen in Belek ihre ersten Trainingsrunden.

Von Dirk Schuster
Die Sonne ist schon untergegangen, das Flutlicht brennt: Die Arminen drehen in Belek ihre ersten Trainingsrunden.
Die Sonne ist schon untergegangen, das Flutlicht brennt: Die Arminen drehen in Belek ihre ersten Trainingsrunden. Foto: Thomas F. Starke

Nur sieben Grad und kalter Wind statt milder Frühlingsluft im Trainingslager an der türkischen Riviera. Doch das soll sich am Wochenende ändern. Die Temperaturen, so die Vorhersage, klettern zumindest in den zweistelligen Bereich. »Wir haben diesmal zusätzlich die komplette Winterausrüstung für den gesamten Tross mitgenommen, die man hier sonst eigentlich nicht braucht«, sagt Dirk Westerhold.

Statt 840 Kilogramm Gepäck wie im Vorjahr hat der Betreuer am Abend vor dem Abflug diesmal 1380 Kilogramm Gepäck am Flughafen Paderborn aufgegeben, verstaut in 29 großen Aluminiumkisten. »Wir haben für 28 Spieler alles mitgenommen, was man braucht«, sagt Westerhold und zählt auf: 50 Bälle, pro Profi drei Paar Schuhe, 30 Bodenmatten, Gewichte, Pylonen, Hütchen, Stangen – einfach alles, was der Fußballer im Trainingslager braucht.

Nach dem fast einstündigen Bustransfer zum Fünf-Sterne-Koloss »Cornelia Diamond« setzte Trainer Norbert Meier direkt die erste Einheit an. Unter Flutlicht schüttelten die Spieler bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt auf dem hoteleigenen Trainingsplatz am frühen Abend die Reisemüdigkeit aus ihren Knochen. Meier hatte sich eine dicke Jacke angezogen, seinen Kopf bedeckte eine Mütze. Die Luft war glasklar, der von Bäumen umgebene Rasen fühlte sich an wie ein Teppich. »Der Platz hat Champions-League-Niveau«, schwärmt Henning Riesselmann. Der Geschäftsführer der Firma »Match IQ« hat in Abstimmung mit Arminia das Trainingslager organisiert und betreut den DSC nun vor Ort.

Bis zum kommenden Samstag, 17. Januar, werden die Arminen in Belek bleiben, um sich auf die restlichen 16 Saisonspiele in der 3. Liga vorzubereiten. Für die beiden Winterzugänge Manuel Junglas (VfR Aalen) und Koen van der Biezen (Karlsruher SC) wird es darum gehen, sich zügig zu integrieren, damit sie ihren Beitrag zum Erreichen des großen Ziels, die Rückkehr in die 2. Liga, leisten können.

Die Verpflichtung van der Biezens hat Sturmkontrahent Pascal Testroet zum Anlass genommen, seinen Wechselwunsch kundzutun. Er sei hinter Fabian Klos und van der Biezen nur noch Stürmer Nummer drei und wolle das nächste halbe Jahr nicht verschenken, sagt Testroet. Arminia aber denkt nicht daran, ihn gehen zu lassen. »Wir haben immer gesagt, dass wir im Angriff zu dünn besetzt sind. Darum haben wir Koen van der Biezen dazugeholt. Im Gegenzug jetzt einen Stürmer abzugeben, würde uns ja wieder vor das alte Problem stellen. Darum denken wir nicht daran, Pascal ziehen zu lassen«, erklärt Sportchef Samir Arabi, der ergänzt: »Das Thema stellt sich für uns auch schon deshalb nicht, weil uns für Pascal keine Anfrage vorliegt.«

Die Arminen teilen sich ihre Nobelherberge übrigens nicht nur mit dem russischen Champions-League-Teilnehmer ZSKA Moskau, sondern auch mit dem türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu. Der hochrangige Politiker ist mit weiteren Regierungsvertretern dem Vernehmen nach recht spontan ins »Cornelia Diamond« gekommen, was das Hotelpersonal vor einige Herausforderungen stellte. Bis Sonntag oder Montag, heißt es, werde Davutoglu den Arminen Gesellschaft leisten. Zufällige Begegnungen zwischen Profis und Politikern sind angesichts des 200 000 Quadratmeter großen Hotelgeländes mit seinen fast 600 Zimmern, dem riesigen Spa-Bereich, acht Swimmingpools, mehreren Restaurants, Kongresszentrum, Amphitheater und 27-Loch-Golfplatz jedoch alles andere als zwingend.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.